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Rezension Einsamer Wolf 1: Flucht aus dem Dunkel
www.rollenspiel-almanach.de
25. April 2009

Rückkehr der Abenteuerspielebücher
uh, ich hab ein paar wirklich spannende Stunden als Kai Lord hinter mir. Aber hey fangen wir von vorne an. 1980 waren Spielebücher sehr gefragt. Allen voran Der Einsame Wolf von Joe Dever. Für diejenigen unter Euch die damit so gar nichts anfangen können ein kurzer Einstieg:
So ein Spielbuch war in ca. 300 bis 400 nummerierte Abschnitte unterteilt. Als Leser beginnst du damit eine Spielfigur laut kurzen Regeln zu erstellen und beginnst üblicherweise bei Abschnitt 1, um kurz darrauf im Text vor eine Wahl gestellt zu werden. Je nachdem, wie du dich entscheidest oder entscheiden musst wirst du zu einem anderen Abschnitt geleitet. Diese Grundmechanik setzt sich durch das gesamte Buch fort, bis du entweder das Ende der Geschichte des Buches erreichst oder zu einem der “schlechten” Enden gelangst wie etwa dem Tod der Spielfigur.
Im Falle von Der Einsame Wolf spielst du eben diesen. Deine Spielfigur ist das letzte überlebende Mitglied des Ordens der Kai-Lords, ein Orden der sich dem Kampf gegen die Schwarzen Lords, einer teuflischen Kaste machtvoller Magier, verschrieben hat um das Lande Sommerlund vor ihrem dunklen Griff zu schützen.
2007 hat der amerikanische Verleger Mongoose mit Zustimmung von Joe Dever ein Pen-&-Paper-Rollenspielveröffentlicht, welches in der Welt von Magnamund angesiedelt ist. Das eine Neuauflage der im Original betitelten Lone-Wolf-Serie nur eine Frage der Zeit war dürfte klar gewesen sein. Und so kahm es dazu das die Abenteuer von Eisnamer Wolf mit neuem Artwork und in überarbeiteter und erweiterter Storyline aufwarten. Das Revival der Fighting-Fantasy-Books oder eben Abenteuerspielebücher.
Aber das ist noch nicht alles denn die bisherigen 28 Bände der Reihe, wovon es gerade mal 12 nach Deutschland geschafft haben werden von Joe Dever auf Satte 32 aufgestockt!
Hier schließt sich nun der Kreis denn der vorliegende Band des jüngst in deutsche Sprache übersetzten Bandens Einsamer Wolf 1 Flucht aus dem Dunkel liegt vor mir. Der frisch gegründete Manticor Verlag konnte sich die Rechte der deutschen Ausgabe sichern und übersetzte das Werk.

Einsamer Wolf 1: Flucht aus dem Dunkel.
Junge, junge im Gegensatz zu den alten Taschenbüchern ist das schon ein Kaliber. Größer und dicker präsentiert sich das in Klebebindung gefertigte Werk. Das Format des Buches passt immernoch bequem in Rucksack oder eine Tasche um mitgenommen zu werden denn letztenendes sind es grad mal 2 Zentimeter in der Breite und 2,5 in der Höhe. Dennoch macht es Eindruck.

Das Coverartwork ist vom Zeichenstil deutlich im Jahre 2009 angekommen. Es zeigt den schwertschwingenden Einsamen Wolf im Kampf mit einem Giak. Ich bin hin und hergerissen. Die Umschlagillustration ist handwerklich gut, die Farben passend gesetzt und auch die Szene schreit nach Action. Im Gegensatz zu Gary Chalks Tuschestil aus den ersten Bänden aber irgendwie Seelenloser. Aber gut das ist eine reine Geschmacksfrage. Dafür leistet Rich Longmoore tolle Arbeit im Innenteil. Stilistisch ganz, ganz nahe an den alten Innenilustrationen von Gary Chalk, wenngleich ohne seinen Schalk transportiert er den Stil der alten Serie in die neue Auflage. Richtig gut!

Das neue Logo ist deutlich besser als das Alte, kraftvoller, reduzierter und aussagekräftiger. Stimmigere Typografie runden das Erscheinungsbild dann ab. Nur leider bahnt sich hier etwas an das mich kopfschütteln lässt. Irgendwie wirkt der Druck des Buches leicht schwammig. Der Teufel steckt im Detail denn ein Blick ins Buch bestätigt meine Befürchtung. Ein Digitaldruck. Schade eigentlich den optisch kann der Digitaldruck dem herkömmlichen Offsetdruck niemals das Wasserreichen vor allem nicht bei einfarbigen Illustrationen die meist vollflächige Fragmente nutzen. Das Ergebniss sind stimmungsvolle Illustrationen die in den schwarzen Bereichen Rasterpunkte aufweisen. Auch meine ich das manche Grafiken mit zuwenig Auflösung in den Druck gegangen sind. Gut optisches Manko für ein vorwiegend zu lesendes Buch. Ich bin auch überzeugt, dass ein Offsetdruck bei einer Auflage von 1300 Büchern konkurrenzlos günstig gewesen wäre.

Aber gut das eigentlich wirklich Wichtige an der ganzen Sache sind die Texte, genauer die Übersetzung. Toll! Klasse! Eine stimmige gute Übersetzung die sich knackig und flüssig ließt um einen in die Abenteuerwelt des Landes Magnamund eintauchen zu lassen. Beim stilistischen Querlesen von alten Bänden die ich hier noch habe (wohlgemerkt ausgerechnet #1 fehlt mir, sonst wäre ein Vergleich möglich gewesen) zwischen alter und neuer Fassung vielen mir keine Großartigen unterschiede auf. Ich finds klasse gemacht.
Zieht Euch warm an denn schon von Anfang an geht’s richtig zur Sache. Der Überfall der Kai-Abtei ist etwas anderes als Spazieren gehen. Spannend, Action geladen, aufregend. Aber vorsicht so einige Stolpersteine liegen auch hier bereit. Notitzblock, Lesezeichen, extra Aktionsblatt und Kampfprotokoll solltem dem ambitionierten Spieler einiges erleichtern. Ich selber halte meine Abschnittszahlen nach …
Eine der Neuerungen ist, dass die Neuauflage 550 und nicht mehr wie früher 350 Abschnitte auf 420 Seiten hat. Joe Dever hat die gesamte Serie überarbeitet und teilweise erweitert. Konkret heißt das:
In Band Eins gibt es völlig neue Szenen, du kannst die Zerstörung der Kai Abtei miterleben sowie Szenen die vorher nur kurz beschrieben und nun sehr detailiert ausgearbeitet wurden wie etwa der Kampf um die Alema Brücke zum Beispiel.
Ab Band 2 gibt es in jedem Buch ausserdem ein Zusatzabenteuer, bei dem der Leser einen anderen Charakter als Einsamer Wolf spielen kann.

Fazit:
Ich will Band 2. Punkt.
Ernsthaft. Der Erste Band ist ein tolles Produkt, das gut übersetzt wurde, keine logischen Fehler hatte und mir einen Riesenspaß bereitete. Ausserdem wurden die Produkte aufgestockt. Stimmig aufgestockt. Was ich mir wünsche für Band zwei ist eine Umstellung der Produktion. Das kommt nicht nur den Illustrationen sondern auch dem Verlag selber mit Sicherheit zugute!
Kaufe! Lesen! Zocken!

Link: www.rollenspiel-almanach.de/rezension-einsamer-wolf-1-flucht-aus-dem-dunkel/25-04-2009/




[Rezi] Einsamer Wolf 1 – Flucht aus dem Dunkel
greifenklaue.wordpress.com
24. April 2009

Der frisch gegründete Manticor-Verlag hat sich zur Aufgabe gesetzt, die Spielbuchreihe Einsamer Wolf erneut ins Deutsche zu übertragen. Die Neuübersetzung basiert dabei auf der Wiederauflage von Mongoose Publishing, welche 2007 begonnen wurde, und zum Teil neu bearbeitet wurde. Geplant ist eine Komplettübersetzung aller 30 Bände, nicht nur der 12, die es schon deutschsprachig gibt. Den Anfang macht Flucht aus dem Dunkel, welches in einer limitierter Auflage von 1300 Exemplaren erschienen ist, rund 200 Abschnitte mehr umfasst und knapp 15 Euro kostet.
Bevor man nun das Lesen und das Spiel beginnt, muss man sich noch schnell einen Charakter zusammenbasteln, was schnell gemacht ist, da die Regeln nur 11 Buchseiten umfassen. Kampfstärke wird ermittelt mit 10 + W10, Ausdauer, wie die klassischen D&D-Trefferpunkte ein Konglomerat aus physischer und psychischer Gesundheit, mit 20 + W10. Letzterer wird im Anhang auch durch eine Zufallszahlentabelle ersetzt, falls keiner zur Hand ist. Auf diese sticht man mit geschlossenen Augen und ermittelt so zufällig einen Wert. Dazu kommen fünf von zehn Kai-Disziplinen wie Tarnung, Gedankensperre (zur Abwehr telephatischer Angriffe) oder Tierverständnis. Schließlich stellt man eine Art Mönch mit teils übernatürlichen Eigenschaften dar, einen Kai eben. Dazu kommt ein W10 an Goldmünzen und ein Rucksack, in den acht Gegenstände passen.
Das Spielprinzip ist denkbar einfach. Man liest einen kurzen Abschnitt des Buches (beginnend mit 1) und wird am Ende vor eine Auswahl gestellt, z.B.: Möchtest Du den Weg nach links folgen, lies 137, wenn Du eher den rechten Weg nehmen möchtest, dann lies 34. Hast Du die Disziplin Spuren lesen und möchtest sie anwenden, dann lies 523. Kommt es zum Kampf, werden die Kampfstärken beider Gegner ermittelt und der Kampfquotient, mathematisch die Differenz beider Werte, ermittelt. Für jede Differenz zwischen –11 bis +11 gibt es eigene Spalten. Die dazugehörige Spalte wird mit dem W10 ermittelt, bei einem Kampfquotient von +3 verliert der Gegner bei einer gewürfelten “2″ 6, Einsamer Wolf nur 3 Ausdauerpunkte, bei einer 8 verliert der Gegner schon 12 Ausdauerpunkte, während Einsamer Wolf unverletzt bleibt.

Die Story dreht sich um einen Überfall auf das Königreich Sommerlund im nördlichen Magnamund durch die grausamen Giak, hinter denen eine noch unbekannte Macht steht. Da die Kai die Elitekrieger des Königreichs und zudem die Anführer der königlichen Truppen sind, ist ihr Kloster eines der ersten, die überraschend angegriffen werden. Der Charakter muss sich so erstmals bewähren und hat die Aufgabe während des Kampfgetümmels, ein Signalfeuer zu entzünden, um den König in der Hauptstadt Holmgard zu warnen. Ist dies vollbracht, gilt es selber die Flucht zu ergreifen und sich selbst gen Hauptstadt durchzuschlagen, um den König höchstselbst über die Geschehnisse zu informieren. Allerlei Herausforderungen und Gefahren liegen auf den Weg.

Joe Dever legte 1984 eine gelungene Geschichte vor, in der der Leser selbst entscheiden darf, welche Risiken der Protagonist des Buches eingehen sollte und erlebt die Kämpfe hautnah mit. Die Überarbeitung und Erweiterung auf 550 Abschnitte macht sich positiv bemerkbar, statt direkt auf der Flucht zu starten, erlebt man den Angriff auf`s Kloster nun mit. Vielerorts lassen sich Gegenstände finden, die später während des Abenteuers eingesetzt werden können. Alle Disziplinen spielen während des Abenteuers mal eine Rolle, egal ob in Form von Boni auf einen Entscheidungswurf (Mache eine Zufallsprobe. Ist der Wurf “4″ oder niedriger, lies weiter bei 123. Bei “5″ oder höher lies weiter bei 386. Jagen bringt Dir einen Bonus von 2 Punkten auf den Wurf.) oder als eigener Abschnitt, der zusätzliche Informationen bietet. Oft gelingt es Entscheidungen nicht als “Richtig / falsch”, sondern tatsächlich als “Entweder / oder”, also mehrere gleichwertige Ansätze, darzustellen.

Optisch macht das 416-seitige Werk auf reinweißem Papier durchaus was her. Hervorzuhoben ist das Flexicover mit vollseitigem Bild, welches sich auch auf dem Buchrücken fortsetzt sowie die doppelseitige Farbkarte vom nördlichen Magnamund, welche auch im Spiel ihren Nutzen als Orientierungshilfe hat. Weniger Pluspunkte finden die Innenillustrationen von Mongoose, welche nur im Ausnahmefall zu gefallen wissen, zumindest was die gnzseitigen Grafiken betrifft. Die Kleingrafiken wie Waffen sind hingegen recht gelungen. Zu Beginn befindet sich eine Urkunde, bei der sich der Besitzer eintragen kann und hier lassen sich leider die Bearbeitungsspuren finden. Die deutschen Wörter sind nämlich leicht unterpixelt (Original überklebt und eingescannt). Letztlich ist das alles aber nur Bonus auf ein spannendes Leseerlebnis. Letzte kleine Kritik am Schluß: die Charakterbögen gibt es noch nicht als Download und wer möchte schon das tolle Buch beschmieren bzw. beim Kopieren knicken. Aber da es nur wenige Angaben benötigt, reicvht auch ein leeres Blatt Papier.

Fazit: Als jemand der über HeroQuest und Einsamer Wolf anno dazumal zum Hobby Rollenspiel kam, waren es zwei wunderbare Nachmittage voller Oldschoolfeeling. Die Faszination der Einsamen Wolf-Bücher hat sich nach den Jahren noch nicht erschöpft – und das es jetzt eine neue Generation erneut erleben darf, ist eine wunderbare Nachricht. Aufmachung und Limitierung wird zudem Sammler ansprechen. Und spätestens nach den ersten 12 Bänden wird es auch für die interessant, welche die bisherigen Bände schon im Schrank stehen haben.

Link: greifenklaue.wordpress.com/2009/04/24/rezi-einsamer-wolf-1-%e2%80%93-flucht-aus-dem-dunkel/




Einsamer Wolf – Band 1 ist da
stormcloud10.wordpress.com
15. April 2009

Heute ist er gekommen: Der erste Band der neuaufgelegten Einsamer Wolf-Reihe. Nun stellt sich die Frage, ob er die hohen Erwartungen, die ich in meinem Bericht gestellt habe, erfüllt.

Um es mit drei Worten auszudrücken: AUF JEDEN FALL.

Das erste Staunen ruft die Dicke des Buches hervor. Konnte man die Urauflage eher als “Büchlein” bezeichnen, hat man hier ein richtiges Buch in der Hand. Gleich die letzten Seiten aufgeschlagen bestätigt sich die Freude. Satte 550 Abschnitte umfasst der Band. Wenn ich mich recht erinnere hatte der Alte gerade einmal 350, was da schon für unzählige Stunden Spielspaß gesorgt hat.

Aber von Vorne. Die ersten beiden Seiten gehören der bekannten Karte in voller Farbe, auf der ich auch sofort die Kai-Abtei wiedergefunden habe. Sogar die Besitzurkunde wurde nicht vergessen. Diesmal werde ich mich aber hüten, das Buch mit irgendwelchen Pseudonymen zu verunstalten
Nach der Vorgeschichte folgen die Regeln, die sich beim ersten Überfliegen nicht geändert haben. Mehrere schön gestaltete Charakterbögen runden diesen Teil des Buches ab. Am Ende befindet sich wie gewohnt die Kampftabelle und die Zufallstabelle, die aber jetzt im Stil der Charakterbögen gezeichnet sind, was eine grafische Aufwertung zu den schlichten Tabellen der Urbände darstellt.

Apropos: Nahezu jede Doppelseite enthält jetzt Illustrationen. Das reicht vom Bild über die gesamte Seite bis hin zum einfachen Gimmik wie etwa Waffen, die sporadisch zwischen einzelnen Abschnitten auftauchen.
Einziger Wehmutstropfen: Wenn man genau hinschaut sieht man den Bildern eine leichte Rasterung an, besonderns an scharfen Kanten. Ich weiß nicht, ob das vom Druck kommt oder ob die Originale, die der Verlag hatte, eventuell in einer niedrigen Auflösung vorlagen. Aber wie gesagt, man bemerkt es nur bei genauem Hinschauen. Wenn man sich zu später Abendstunde in den Kampf gegen die Horden des Bösen begibt, wird das sicher nicht mehr auffallen.

Fazit:
Absolut gelungene Neuaflage einer meiner schönsten Kindheitserinnerungen, die in punkto Aufmachung und Umfang sämtliche Erwartungen vollstens erfüllt. Ich freue mich schon, nach meinen Prüfungen, auch den Inhalt auf Herz und Nieren zu prüfen und schöne Stunden in den Weiten von Magnamund zu erleben.

Link: stormcloud10.wordpress.com/2009/04/15/einsamer-wolf-band-1-ist-da/




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Rezension Einsamer Wolf 1: Flucht aus dem Dunkel
www.fundus-ludi.de/thread.php?postid=54578#post54578
29.06.2009

Der 2008 neu gegründete Manticore Verlag hat nun das erste Buch aus der Einsamer Wolf Serie veröffentlicht.
Das Buch Flucht aus dem Dunkel, aus dem Manticore Verlag, ist in einer Auflagenstärke von 1300 Exemplaren erschienen. Das Buch umfasst rund 200 Abschnitte mehr als vorherige Übersetzungen und basiert auf der Wiederauflage von Mongoose Publishing.

Bevor man richtig mit Lesen ins Abenteuer starten kann, muss man sich noch einen Charakter bauen, der Einsamer Wolf präsentiert soll.
Der Charakterbau geht schnell von der Hand und ist auf 11 Buchseiten festgehalten.
Die Kampfstärke wird ermittelt mit 10 + W10, Ausdauer, wird durch physischer und psychischer Gesundheit mit 20 + W10 ermittelt. Letzterer gewürfelter Wert wird im Anhang auch durch eine Zufallszahlentabelle ersetzt, falls kein 10 seitiger Würfel zur Hand ist. Auf diese ermittelt man zufällig einen Wert indem man mit geschlossenen Augen auf das Blatt zeigt. Zu guter letzt kommen die Kai-Disziplinen hinzu, die dem Charakter den letzte Schliff geben und ihn zu etwas Besonderem machen. So hat der Spieler die Möglichkeit zwischen Tarnung, Jagd, Sechster Sinn, Spuren lesen, Heilung, Waffenkunde, Gedankensperre, Gedankenstrahl, Tierverständnis oder Geist über Materie zu 5 der 10 Kai-Disziplinen auszuwählen. Hierzu bekommt der Charakter noch als allerletztes ein W10 an Goldmünzen und ein Rucksack, in den acht Gegenstände passen, die der Charakter im Spiel erwerben kann.

Der Einsame Wolf ist bereit und man kann ins Abenteuer starten.

Du bist "Einsamer Wolf". Während eines hinterhältigen Angriffs der dämonischen Schwarzen Lords wird die Abtei der Kai im Königreich Sommerlund im nördlichen Magnamund, in der du die edlen Fähigkeiten der Kai-Mönche erlernst, angegriffen. Von deinem Mentor wirst du ausgeschickt, das Notsignal auf dem Turm der Abtei zu aktivieren um dem König die Nachricht vom Angriff auf die Abtei zu senden. Du musst dich durch die tobenden Kämpfe bewegen und den Weg zum Signal finden, ehe die Abtei zerstört wird.
Das Signal kannst du entzünden, doch du bist der einzige Überlebende dieses grausamen Massakers und musst fliehen. Der König muss davon erfahren und so beginnt nach einem ersten rasanten ersten Teil des Abenteuers der zweite Teil. Du musst dich bis in die königliche Stadt Holmgard durchkämpfen und allen Gefahren auf diesem Weg trotzen um den König noch rechtzeitig zu warnen. Als letzter der Kai, bist Du die einzige Hoffnung für dein Königreich und die freien Reiche der Menschen, die sich im Krieg mit den Schwarzen Lords und ihren finsteren Kreaturen befinden.
Rasant wie der erste Teil entpuppt sich der zweite als ebenso spannend und facettenreich.

Joe Dever legt einen gelungene Auftakt zu einer spannenden Serie von Abenteuerbüchern vor, in der der Leser selbst entscheiden darf, welche Risiken einsamer Wolf auf sich nehmen möchte und in welche Scharmützel er hinein schlittert, um sein Ziel Holmgard, zu erreichen. Vielerorts lassen sich Gegenstände finden, die später während des Abenteuers eingesetzt werden können. Alle Disziplinen spielen während des Abenteuers eine Rolle. Oft gelingt es Entscheidungen nicht als “richtig / falsch”, sondern tatsächlich als “entweder / oder”, sodass niemals das Gefühl aufkommt, dass man ohne eine Fähigkeit oder einen Gegenstand aufgeschmissen ist und ohne den das Abenteuer nicht schaffbar wäre. Eine Gelungene Komposition an dieser Stelle, die Lust darauf macht, das Abenteuer gleich mehrmals durchzuspielen um mit anderen Kai-Disziplinen oder einfach nur anderen Entscheidungen dieses Abenteuer noch einmal zu bestehen und zu sehen wohin einem das Abenteuer beim nächsten Mal verschlägt und was man alles beim letzten Mal nicht entdecken oder mitnehmen konnte.

Fazit:
Einsamer Wolf - Band 1 Flucht aus dem Dunkel, kann man nur empfehlen. Die Geschichte reißt einen direkt bei der ersten Seite mit und hält dies bis zur letzten Seite durch, ohne dass es unschöne Durchhänger in der Spannung gibt. Die Regeln sind klar und einfach verständlich und durch die Kai-Disziplinen die man zu Anfang des Abenteuers wählen kann und der Ausgeglichenheit in der man die Disziplinen anwenden kann, möchte man das Spiel einfach nochmal spielen um zu sehen, was passiert wenn man einsamer Wolf andere Fähigkeiten an die Hand gibt.
Für mich war dieses Buch in jedem Fall so spannend, dass ich dem zweiten Band der Serie bereits entgegen Fieber und mich auf das nächste Abenteuer freue, dass ich mit einsamer Wolf bestreiten werde.
Weiterhin hat der Manticore Verlag mit das Aktionsblatt, die Karte vom nördliche Magnamund und ein Kampfprotokoll als Download zur Verfügung gestellt, sodass man das Buch nicht zum kopieren knicken oder mit Bleistift vollkritzeln muss, wenn man das Aktionsblatt benutzen will. Dafür noch einmal Daumen hoch, dass so gut mitgedacht wird.


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Rezension Einsamer Wolf 1: Flucht aus dem Dunkel
www.zauberspiegel-online.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3364
29.06.2009

Einsamer Wolf - Flucht aus dem Dunkel (Taschenbuch)
Joe Dever (Autor),
aus dem Englischen von Nicolai Bonczyk
420 Seiten, 14,95 €
1. Auflage, 6. April 2009
ISBN: 978-3981281200
Manticorverlag

Ein ambitionierter Kleinstverlag hat den Traum einer ganzen Reihe von Solorollenspieler wahr gemacht: Die Abenteuer von "Lone Wolf" (erstmals erschienen 1984) waren nur noch gebraucht erhältlich, jetzt hat sich Nicolai Bonzyk, Inhaber des Manticorverlags, dazu entschlossen, den ersten Kampf des Kai-Schülers in Deutsch zu veröffentlichen.

Joe Dever ist einer der bekannten "alten Männer" der Spielszene, sowohl im Solorollenspiel als auch in Dungeons & Dragons. Er begann zunächst mit der Entwicklung einer Fantasywelt namens "Magnamund", mit der er ab 1975 Kampagnen für Dungeons & Dragons gestaltete. 1982 gewann er mit seinen Abenteuern die "Advanced Dungeons & Dragons Championship of America".


Lone Wolf entwickelte sich zu einem echten Verkaufsschlager. Zum einen war damals die Hochzeit der Solorollenspiele , zum anderen waren seine Abenteuer einfach etwas Besonderes. Sie waren für junge Erwachsene konzipiert worden, auf Action und Kampf ausgerichtet, weniger auf Interaktion mit den verschiedenen vorhandenen Charakteren oder der Lösung von Problemen.

Die Story beginnt, als "Lautloser Wolf", Name des jungen Adlaten während seiner Ausbildungsphase, mal wieder eine Strafe erhalten hat - dieses Mal für Unaufmerksamkeit. Die Kai-Ausbildung, die er in dem Kloster absolviert, ist streng - aber effektiv. Er soll ein brillianter Kämpfer und Wissender werden. Man erwartet Großes von ihm.

Tatsächlich kommt alles anders. Das Kloster wird angegriffen, die Kämpfer und Wachen überwältigt, und zu seinem Schock muss Lautloser Wolf erkennen, dass er der einzige Überlebende im Kloster ist. Er ist gezwungen, sich allein durchzuschlagen. Der König muss von dem Überfall informiert werden, also muss er sich aufmachen und die Hauptstadt erreichen.

Lautloser Wolf, inzwischen zu "Einsamer Wolf" geworden, hat sich viel vorgenommen.

Schon die kurze Inhaltsangabe macht deutlich, dass es sich bei dieser Geschichte um eine klassische Konstruktion der Fighting-Fantasy/Heroic-Fantasy handelt. Es könnte ebenso als Roman wie als Computer- oder Brettspiel erscheinen. Diese zeitlose Geschichte macht Spaß und ist es was dafür sorgt, dass man solche Abenteuer immer wieder liest und gerne spielt.

Ganz klar ist, dass sich dieses Buch nur für Solorollenspielfans eignet, da es als Roman natürlich nicht zu lesen ist. Unspektakulär hergestellt, verzichtet der Manticorverlag auf ein teures Hardcover und Schnickschnack, sondern orientiert sich an einem guten Mittel zwischen Preis und Gesaltung. Das Taschenbuch wird von einer farbig gestalteten Karte eingeleitet und ist durchzogen von Illustrationen, die den Charme der alten Rollenspielbücher wieder beleben.

Anders als viele andere Soloabenteuer hat Lone Wolf ein ausgefeiltes System von Zaubersprüchen, Charakterblättern, ein Waffensystem und Kampflog. Dies sind jene Dinge, die in einem Soloabenteuer dafür sorgen, dass man nicht einfach nur von einem Abschnitt zu anderen blättert.

Nach der Femeiche (Rezension hier) ist der Einsame Wolf das zweite Rollenspiel, das ich binnen relativ kurzer Zeit als frisch auf dem Markt in der Hand hatte. Es ist interessant zu sehen, wie sehr sich diese beiden Bücher unterscheiden. Während die Femeiche textlich frischer daher kommt und moderner wirkt, ist Lone Wolf gründlich durchkonzipiert, wesentlich umfangreicher und als Rollenspiel einfach wesentlich interessanter. Als weniger kampforientiertem Spieler waren die häufigen Kämpfe ein wenig zu viel, aber durch sie blieb das Spiel rasant.


Link: www.zauberspiegel-online.de/index.php?option=com_content&task=view&id=3364




Rezension Einsamer Wolf 1: Flucht aus dem Dunkel
www.x-zine.de/xzine_rezi.id_11653.htm

01.09.2009

Einsamer Wolf 1: Flucht aus dem Dunkeln
Abenteuer-Spielbuch
Joe Dever
Manticor Verlag 2009
ISBN: 978-3-9812812-0-0
410 S., Taschenbuch, deutsch
Preis: EUR 14,95

In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts waren Abenteuerspielbücher ein Novum und viele abenteuerlustige Leser vertieften sich in diese Bücher, deren Fortgang nicht alleine vom Autor vorgegeben war. Denn anders als in einem Roman konnte man selber entscheiden, wie die Geschichte sich fortsetzt. Während viele Bücher nur eine Geschichte erzählten gab es auch einige Serien, in der die Geschichte von Buch zu Buch weiter fortgeführt wurde. Eine der bekanntesten und umfangreichsten Serien war die Erzählung vom Einsamen Wolf. Wie alle diese Bücher war auch diese Reihe lange vergriffen. Nun hat sich der Manticor-Verlag dieser Serie angenommen und bringt sie in neuer Übersetzung heraus.

Der Leser ist Lautloser Wolf ein Initiand des Kai. Auf dem Weg ein Kai-Lord zu werden, hat er bereits einiges gelernt und seine Fertigkeiten vervollkommnet. Und doch wird es noch ein harter Weg werden bis zur Meisterschaft. Doch schlagartig hat dies keine Bedeutung mehr. Die Diener des Schwarzen Lords fallen über die Gemeinschaft der Kai her und metzeln alle nieder. Nur noch Lautloser Wolf bleibt als einziger übrig. Doch zunächst gilt es den König in Holmgard zu warnen und das Kristallsignal zu betätigen. So kämpft man sich (nunmehr als Einsamer Wolf) seinen Weg durch Horden von scheußlichen Gegnern. Ist dies geschafft bleibt nur die Flucht nach Holmgard. Dort angekommen, wird man jedoch mit anderen Problemen konfrontiert und bemerkt, dass der Feind auch am Hofe des Königs bereits scheinbar unbemerkt eingedrungen ist. Schafft man es, auch das Leben des Königs zu retten?

Die Erzählung strotzt nur so von Kämpfen. Doch oft helfen auch List und Tücke weiter. Man sollte stets aufmerksam verfolgen, was man tut und wem man begegnet. Denn es gibt auch eine Stelle, an der man nur durch dieses Wissen auf den korrekten Abschnitt weiter geleitet wird. Das hin- und herspringen zwischen den Abschnitten wird nie langweilig. Der Leser erwartet vielmehr mit zitternden Händen gespannt den nächsten Abschnitt. Und man ist manchmal sehr erfreut, wann einmal einfach auch nichts passiert und man seine Ausdauerpunkte etwas regenerieren kann. Das Buch bietet eine gute Mischung aus Spannung und Erfolgserlebnissen. So ist es zwar nicht problemlos möglich, das Abenteuer erfolgreich zu bestehen. Es ist jedoch auch keinesfalls unmöglich, was dem Spielspaß sehr förderlich ist.

Zu Beginn des Buches erhält man eine kleine Einführung in die Geschichte. Auch wird erklärt, wie man mit dem Buch spielen kann und was es mit den Disziplinen, Ausrüstung, und so weiter auf sich hat. Die wichtigsten Regeln sind noch einmal am Ende des Buches aufgeführt. Man hat nur zwei Attribute (Kampfstärke und Ausdauer). Weiterhin spielen die Kai-Disziplinen eine große Rolle. Proben auf diese Fertigkeiten und damit auch Kämpfe können mit einem zehnseitigen Würfel ausgetragen werden. So keiner zur Hand ist, befindet sich am Ende des Buches eine Tabelle mit Zufallszahlen, die als einfacher Würfelersatz genutzt werden kann. Eine farbige Karte des nördlichen Magnamunds rundet das perfekte äußere Erscheinungsbild des Buches ab. Der Einband kann überzeugen und übersteht mühelos sogar eine mehrfache Benutzung des Buches. Da man ständig zwischen den Seiten hin- und herblättert, sind Abenteuerspielbücher immer einer größeren Abnutzung ausgesetzt, was man diesem Buch aber nicht ansehen wird – Bindung und Einband sind hier sehr zuverlässig.

Den Leser erwartet hier mehr als eine Neuauflage. Dies ist ein komplett neues Spiel- und Leseerlebnis. Nicht nur, dass die Abschnitte von 350 auf 550 erweitert wurden. Die Übersetzung ist hervorragend und kleinere Fehler fallen kaum auf. Bis auf wenige Stellen ist das Vorankommen nicht allein vom Glück sondern vielmehr von den eigenen Fähigkeiten abhängig, was ein weiterer Pluspunkt ist. So ist die wohlüberlegte Auswahl der passenden Kai-Disziplinen auch der entscheidende Schlüssel, das Buch wirklich genießen zu können. Die hervorragende Verarbeitung des Softcovers ist wie oben genannt, ein weiterer Garant für mehrstündigen Lese- und Spielspaß.

Fazit: Fans werden sich das Buch ohnehin kaufen. Aber auch Einsteiger haben die Gelegenheit mit diesem ersten Band der Serie um den Einsamen Wolf in eine faszinierende Welt einzutauchen und auf Abenteuer auszuziehen.


Link: www.x-zine.de/xzine_rezi.id_11653.htm




Rezension Einsamer Wolf 1: Flucht aus dem Dunkel
www.ringbote.de/737+M5d081959f21.html

08.09.09

Einsamer Wolf 1: Flucht aus dem Dunkeln
„Weit im Norden liegt das Land Sommerlund, wo es seit Jahrhunderten Brauch ist, männliche Nachkommen mit Erreichen des siebten Lebensjahres in das Kloster der Kai zu entsenden. Dort werden sie in den Disziplinen und Fertigkeiten ihrer edlen Vorväter unterwiesen.“ - Mit diesen einleitenden Worten beginnt die Saga um den Einsamen Wolf, einem Klassiker der Fantasy-Spielbücher.

Das Abenteuer
Zu Beginn des Abenteuers ist der Leser ein junger Kailehrling, der sich vor acht Jahren in das Kloster begeben hat, um die Lehren des Ordens zu lernen. Er trägt den Namen Lautloser Wolf und bereitet sich wie seine Ordenbrüder auf das anstehende Fehmarnfest vor. Doch als der Tag kommt, kommt alles anders. Im Morgengrauen fallen die Horden des Bösen, angeführt von den schwarzen Lords, unerwartet und unerbittlich über das Kloster her und töten jeden, den sie kriegen können. Nur einer kann entkommen. Er ist nun der letzte der Kailords – der Einsame Wolf!

Doch in der bittersten (um nicht zu sagen der letzten) Stunde der Kai keimt auch ein Funken Hoffnung auf. Der junge Kailord hat eine Vision. Er merkt, dass er für was Höheres bestimmt ist. Doch zunächst muss er nach Holmgard, die Hauptstadt von Sommerlund, um den König zu warnen. Der Weg führt ihn durch unwegsames Gelände, da die Hauptstraßen von den Truppen des Feindes besetzt sind. Er muss zahlreiche Abenteuer bestehen, ehe er nach einer gefährlichen Reise endlich vor den König tritt.
Doch die größte Gefahr erwartet ihn erst hier, denn der Feind hat einen heimtückischen Spion eingeschleust...

Vergleich Alt und Neu
Im Vergleich zu der alten Auflage aus dem Jahre 1984 fällt sogleich der gesteigerte Umfang auf. Während die alte Auflage nur 350 Abschnitte hatte, hat die neue gleich 550 – ist also mehr als anderthalbmal umgangreicher. Das liegt vor allem an zwei zusätzlichen Passagen.

Zum einen ist der Beginn komplett neu geschrieben worden. In der alten Ausgabe will der Einsame Wolf in die beginnende Schlacht stürzen, stolpert dabei aber über seine Beine, stößt sich den Kopf an und wird ohnmächtig. Er überlebt nur, weil er von den Feinden für tot gehalten wird. Dieser peinliche Beginn wird dem Helden diesmal erspart. Er kann die komplette Eroberung des Klosters miterleben. Auch wenn er den Ausgang der Schlacht nicht beeinflussen kann (er muss ja schließlich zum Einsamen Wolf werden), so kann er doch etwas bewirken: Er sendet ein Lichtsignal und warnt dadurch das restliche Königreich vor dem Einfall der feindlichen Armeen. Dieses Vorspiel nimmt geschätzt sicherlich weit über 100 Abschnitte ein.
Zum anderen ist auch das Ende neu gestaltet worden. In der alten Ausgabe wurde der Einsame Wolf einfach vor den König geführt, und damit endete das Buch. Nun erwartet ihn noch ein gefährlicher Gegner, denn ein Helghast, ein Gestaltenwandler, hat sich in die Festung des Königs geschlichen und möchte diesen töten. Dieser Gegner ist der gefährlichste im ganzen Abenteuer und somit ein würdiger Endgegner für das erste Buch.

Aber auch weitere Änderungen sind auffällig. Alle Abschnitte wurden komplett neu übersetzt und Aufgrund der umfangreichen Erweiterung war eine komplette Neunummerierung der einzelnen Abschnitte erforderlich. Ein Vergleich der beiden Auflagen war daher nur bedingt möglich. Soweit dieser aber stichpunktartig durchgeführt wurde, fällt auf, dass die Neuauflage „geschwätziger“ daherkommt. Die Ausschmückungen sind aber ohne Ausnahme sinnvoll, weil sie im Wesentlichen mehr Informationen über das Land, die Kultur und die Geschichte von Magnamund (den Kontinent) beinhalten. Als der Autor Joe Dever das erste Buch schrieb, hatte er (vermutlich) nur ein grobes Konzept und wusste noch nicht im Detail, wo alles hinführen würde. Auch die Welt war noch unvollständig entworfen. Sie entwickelte sich erst mit und in den weiteren Bänden der Serie. Diese Entwicklungen hat der Autor nun in die Überarbeitung einfließen lassen, sodass die Welt noch farbenfroher und lebendiger geschildert wird.

Aber auch dem roten Faden der gesamten Serie wird von Anfang an mehr Rechnung getragen als das früher möglich war. Zahlreichen Passagen merkt man an, dass sie in Kenntnis zukünftiger Ereignisse verfasst wurden. So heißt es dann in Abschnitt 1 auch prophezeiend (und unverblümt) für die Zukunft des Einsamen Wolfes: „Deine Unzulänglichkeit im Klassenzimmer scheinst du durch deine angeborenen Fähigkeiten im Umgang mit der Waffen gut kompensieren zu können. Du hast viel Talent. Wenn du nur die gleiche Hingabe bei deinen Studien zeigen würdest, könntest du eines Tages bestimmt den Rang eines Kai-Meisters erlangen. “ Der Leser merke sich also, immer auf die Maximierung des Kampfwertes zu achten!
Außerdem wurden einige Begegnungen mit Personen, die in späteren Bänden noch an Bedeutung gewinnen werden, von Anfang an ins rechte Licht gerückt. Als Beispiel sei hier die Begegnung mit dem jungen Zauberer Banedon genannt, der in der alten Ausgabe noch eine Zufallsbegegnung am Rande war (vermutlich weil damals noch nicht feststand, welche Rolle Banedon später noch einnehmen wird). Nunmehr steht aber fest, dass Banedon in den späteren Büchern noch zahlreiche wichtige Gastauftritte hat, sodass die Begegnung mit ihm so konstruiert wurde, dass der Leser zwangsläufig auf ihn treffen muss. Eine – wie finde – sehr sinnvolle Änderung, weil dadurch der Bände übergreifende Charakter der Serie noch besser zur Geltung kommt. Die neue Ausgabe wirkt daher insgesamt runder und vollkommener als die alte.

Gesamteindruck
Das erste Abenteuer der Serie ist verhältnismäßig einfach aufgebaut und besteht im Wesentlichen aus einer Aneinanderreihung zahlreicher kurzer und voneinander unabhängiger Zufallsbegegnungen, deren Zusammenhang ausschließlich die Reise des Einsamen Wolfes zum König darstellt. Einzig die Anfangszene (also der Überraschungsangriff der Schwarzen Lords) und die Endszene vor dem König sind länger.

Die Begegnungen werden in einer knappen, aber packenden Sprache erzählt und reißen den Leser vom ersten Abschnitt an mit. Ununterbrochen gibt es irgendwas Neues zu tun, auf irgendetwas zu reagieren oder irgendetwas zu entdecken. Außerdem ist der Leser ständig irgendwelchen Gefahren durch herumirrende Pfeile, patrouillierende Soldaten oder sonstigen Unannehmlichkeiten ausgesetzt, sodass er stets den Verlust von Ausdauerpunkten fürchten muss. Dadurch wird eine anwachsende Spannung aufgebaut, die sich durch das ganze Buch zieht, denn – auch wenn die einzelnen Abenteuer streng genommen nur wenig Außergewöhnliches bieten – ein Kampf zur falschen Zeit oder/und ein unglücklicher Würfelwurf und der Leser darf das Buch von vorne anfangen...

Insgesamt sind die einzelnen Begegnungen und der Glücksfaktor gut ausgewogen. Mit einer guten Auswahl an Kaifertigkeiten (man denke an die Maximierung des...), vernünftigen Entscheidungen (zusätzlich zur Maxim...) und durchschnittlichen Würfelwürfen (bei maximalen...) bestehen guten Chancen, das Abenteuer gleich beim ersten Mal zu bestehen. Erleichternd kommt hinzu, dass es mehrere Wege gibt, um erfolgreich ans Ziel zu kommen.

Persönliche Note
Auch viele Jahre nach dem ersten Spielen hat mich der Bann des Einsamen Wolfes wieder gepackt. Es macht einfach Spaß, sich durch das Spielbuch zu lesen, auch wenn ich nun einige Ereignisse in einem anderen Licht sehe. So habe ich mich nun (im Gegensatz zu früher) schon einige Fragen gestellt:
• Wie kann es sein, dass der Orden der Kai (nicht irgendein Orden, sonder ein Orden aus absoluten Elitekriegern) völlig ahnungslos von einem Heer überrascht wird? Das Heranrücken eines Heeres ist kaum zu verbergen.
• Wie kann es sein, dass keiner die Schlacht überlebt außer dem Einsamen Wolf? Es sind, wie gesagt, Elitekrieger. Und ihnen ist nicht verboten, zu fliehen. (Intelligenz ist nämlich ein wichtiger Bestandteil der Ordensregeln).
• Wie kann es sein, dass der Einsame Wolf auf seiner Reise zu der Hauptstadt, zahlreichen Feinden begegnet, obwohl der Einfall der feindlichen Truppen mit dem Angriff auf die Kai-Abtei begonnen hat? Ein Heer ist bekanntlich sehr langsam beim Vorrücken. Selbst wenn das Heer zeitgleich mit dem Einsamen Wolf aufgebrochen ist (was unwahrscheinlich ist, weil die Abtei noch geplündert werden muss), ist ein einsamer Reisender deutlicher schneller, sodass der Einsame Wolf dem Heer weit voraus hätte sein müssen.
• Warum möchte der Einsame Wolf unbedingt zum König, um ihn zu warnen? Hätte der etwa das heranrückende Heer vor seinen Mauern nicht bemerkt...

Aufmachung
Das Buch erscheint als ca. 400-seitiges Softcover. Das Cover zeigt den Einsamen Wolf, wie er sich gegen ein feindliches Monster zur Wehr setzt. Es ist gut gewählt und deutlicher stimmiger als das Bild der alten Ausgabe, bei dem man den Eindruck hatte, auf einen mit Pickel übersäten Drogensüchtigen zu blicken. Das Layout ist sehr sauber, aber auch sehr schlicht, und hinterlässt den Eindruck einer selbst gebundenen Doktorarbeit. Man merkt irgendwie, auch wenn man es nicht wirklich in Wort fassen kann, dass der Verlag noch sehr jung auf dem Markt ist. Die alte Ausgabe wirkte professioneller. Trotzdem hat die neue Ausgabe keine Mängel und ist qualitativ gut. Das Buch ist reich bebildert, wobei zahlreiche Bilder der alten Ausgabe, aber auch eigens für die neue Ausgabe angefertigte Bilder verwendet wurden. Während mir die alten Bilder durchgängig gut gefallen haben, haben mich die neuen nicht wirklich überzeugt. Irgendwie fehlt ihnen das gewisse Etwas. Die Farbkarte über die nördlichen Königreiche ist hingegen sehr schön ausgefallen, wenn auch leicht zu dunkel für meinen Geschmack. Der Preis von 14,95 EUR ist zwar nicht gerade als günstig zu bezeichnen, wenn man aber die Qualität des Inhalts als Maßstab heranzieht, dann ist das Buch das Geld allemal wert.

Fazit: Trotz einiger Schwachpunkt in logischer Hinsicht ist die Überarbeitung des ersten Spielbuches alles in allem gelungen. Die Spannung und der Lesespaß wurden beibehalten. Aufgrund der großen Erweiterung ist das Buch auch uneingeschränkt für Inhaber der alten Ausgabe empfehlenswert. Wer Spielbücher mag, der kommt am Einsamen Wolf nicht vorbei!

www.ringbote.de/737+M5d081959f21.html





Rezension Einsamer Wolf 1: Flucht aus dem Dunkel
http://www.lorp.de/rezensionen/show.asp?id=1909

23.09.2009

Die Welt des "Einsamen Wolfs" hat unter Fans mittlerweile schon Kultstatus erreicht und Rollenspielbücher wie auch Romane hervorgebracht. Nun erfahren die Fantasy-Spielbücher unter der Flagge des Manticor-Verlages eine Neuauflage. Flucht aus dem Dunkel stellt den ersten Band dar.

Der Spieler schlüpft in einem Solo-Abenteuer in die Rolle des "Kai"-Schülers "Einsamer Wolf". Dieser geht, wie es sich für einen ordentlichen Schüler gehört, den Lehren der "Kai" nach, welche ihm ungeahnte Fähigkeiten verleihen. Aber vor der Erleuchtung hat Gott den Schweiß gesetzt, und so fristet "Einsamer Wolf" in der Abtei seinem Dasein und übt sich in Geduld, Büffeln und Waffenkunde. Die "Kai" sind angesehene Meister in den freien Königreichen des nördlichen Magnamunds. Aber aus der Ferne droht das Böse, und ehe sich der Schüler versieht, sieht er sich schon mit den Horden des Dunkels konfrontiert, welche die Abtei in Schutt und Asche legen. Als einziger Überlebender muss er einen Weg zu König Ulnar finden, welcher im nahen Holmgard residiert, und ihn vor den Horden warnen. Dabei gerät er immer wieder zwischen die Frontlinien, begegnet Flüchtlingen und kann nur schwer zwischen Freund und Feind unterscheiden.

Prinzipiell ist dieses Abenteuer-Spielbuch klassisch aufgebaut. Der Spieler übernimmt einen Charakter, welcher sich durch zwei Werte auszeichnet: Ausdauer und Kampstärke. Des Weiteren trägt er einen Rucksack, in welchem er allerlei Sachen packen kann, die unterwegs findet. Waffen gibt’s natürlich auch noch. Die Werte werden durch Zufallszahlen errechnet. Hierfür dient eine Zufallszahlentabelle am Ende des Buches, welche gleichzeitig die Funktion des Würfels einnimmt. Des Weiteren kann der Spieler zu Beginn noch sechs aus zehn "Kai" Disziplinen wählen, welche ihm einen Vorteil verschaffen sollen. Diese sind beispielsweise Waffenkunde, welche einen Kampfbonus auf eine bestimmte Waffe gibt, Heilung oder Gedankensperre, welche den Schüler vor psychischen Angriffen schützt.
Das Kampfsystem ist ebenso einfach gehalten: Die Kampfstärke des Charakters wird mit seinem Widersacher verglichen, den Effekt gibt die Tabelle vor. Danach wird jede Runde eine Zufallszahl ermittelt und auf der Tabelle nachgesehen, wer wie viel Ausdauer verliert, bis einer das unaufhaltsame Ende findet.
Das Spielsystem funktioniert wie in jedem Soloabenteuer. Abschnitte sind im Buch von "1" bis "550" durchnumeriert. Je nach Wahl der Alternativen am Ende eines Abschnitts geht es bei einer anderen Nummer weiter.

Was unterscheidet die Serie also von einem gewöhnlichen Abenteuer-Spielbuch? Zum einen ist da die grafische Aufmachung. Neben wirklich gelungenen Bebilderungen der Szenen, gibt es schön gestaltete Charakterbögen sowie eine vollfarbige Karte der freien Königreiche am Anfang des Buches.
Zudem kann die Geschichte durch ein paar nette Elemente begeistern. Es wird einfach nie langweilig, was auch daran liegt, dass die Geschichte zweigegliedert ist. Im ersten Teil muss "Einsamer Wolf" aus der Abtei raus und stolpert von Kampf zu Kampf. Danach muss er sich hauptsächlich verstecken und dem Weg nach Holmgard finden. Am Ende findet er sich in dieser Stadt selbst wider und muss sich seinen Weg im Labyrinth der Gassen suchen. Dabei kann er in der Abtei recht einfach zwischen Freund und Feind unterscheiden. Je näher er aber Holmgard kommt, desto schwieriger wird dies. Demnach steigt auch die Anforderung an den Spieler, zum Ende hin an. Natürlich gibt es am Ende auch einen genretypischen, finalen Kampf.

Abstriche muss man leider beim Druck machen. Der Farbverlauf der Karte ist ein wenig arg grobschlächtig. Auf der einen oder anderen Seite sprenkelt zudem ein wenig Druckerschwärze. Dies mindert den Spielspaß aber nicht sonderlich.
Schwerwiegender ist da schon eine Schlüsselszene mitten im Buch, wo eine Tür einen Zahlencode verlangt, welcher sich aus diversen Fragen zusammensetzt. Die Frage behandelt triviale Begebenheiten in vorhergehenden Szenen. Hat man den Code falsch, stirbt der Held. Das ist ärgerlich und auch völlig unrealistisch. Da bleibt nur schummeln.

Fazit: Bis auf wenige Makel kann Einsamer Wolf voll und ganz überzeugen. Es ist nur ein Abenteuer-Spielbuch, für ein solches aber gut durchdacht, fordernd und kurzweilig, ohne zu viele Klischees zu bedienen. Fans des Genres sollten beherzt zugreifen.


http://www.lorp.de/rezensionen/show.asp?id=1909